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BERLINER ERKLÄRUNG

Dresdner Gespräche: „Brücken bauen für Gleichstellung“

Gleichstellungspolitisches Treffen unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Petra Köpping

Dresden, 16. April 2026

Welche Herausforderungen stellen sich der Gleichstellungspolitik im Freistaat Sachsen? Wie gestalten Frauen Unternehmen mit? Was bedeutet Antifeminismus und wie verbreitet ist er? Dass Sachsen in diesem Jahr den Vorsitz der Gleichstellungs- und Frauenminister-Konferenz hat, nahmen Vertreterinnen von zehn Mitgliedsorganisationen der Berliner Erklärung aus ganz Deutschland zum Anlass, am 16. April 2026 in die Landeshauptstadt zu kommen, um diese Fragen zu diskutieren. 

Sehr nachdenklich stimmten die Worte von Staatsministerin Petra Köpping, der Schirmherrin der Dresdner Gespräche. Besonders im Handwerk und auf dem Land engagiert sie sich für Gleichstellung, um Frauen gegen Vorurteile zu unterstützen, wenn sie zum Beispiel den Hof übernehmen wollen. Ihre ernsten Sorgen um die Gefährdung des bisher Erreichten in der Gleichstellung und die voranschreitende Aushöhlung der Landesgleichstellungsgesetze teilten die Teilnehmenden.

Dagegen stimmten die Beschreibung von Dr. Katrin Leonhardt, Vorsitzende des Vorstands der Sächsischen Aufbaubank (SAB) über die ergriffenen Maßnahmen in der SAB zur Umsetzung und Absicherung von Gleichstellung und Diversität zuversichtlich. Für Leonhardt ist Diversität nicht nur ein gesellschaftlicher, sondern auch ein wirtschaftlicher Aspekt, der Unternehmen vorwärtsbringt. Mit der Quote hadert sie allerdings und hofft, dass ein vorurteilsfreier Blick Frauen nicht benachteiligt. Wenn mehr Unternehmen ihrer Vorbildfunktion in Bezug auf Wahrung der demokratischen Grundsätze und Gleichstellung gerecht werden würden, könnte die Quote tatsächlich überflüssig werden. 

Die geschilderte Situation bei Infineon durch Thomas Richter, Geschäftsführer Infineon Dresden zeigt, dass noch Luft nach oben ist bei der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männer in den Führungsebenen. Thomas Richter erklärte SAB zum 
Vorbild und sagte zu, dass er weiter daran arbeiten wird.

Dr. Sina Burkert, Director HSEQ bei Air Liquide hat deutlich gemacht, wie unterschiedlich weit die Umsetzung der Gleichstellung in internationalen Unternehmen im Vergleich zu Deutschland ist, und wie sehr sie die Situation hier im Land überrascht hatte.

Eindrücklich war der Überblick von Johanna Niendorf, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Else-Frenkel-Brunswik-Institut der Universität Leipzig zum Stand der Antifeminismusforschung in Deutschland und die Zunahme antifeministischer Strömungen in den untersuchten Parteien. Die Zahlen sind besorgniserregend.  

Die Ausführungen von Monika Schulz-Strelow zur Berliner Erklärung, dem Bündnis der insgesamt 22 Initiatorinnen und 27 Verbündeten-Organisationen haben gezeigt, was als Zivilgesellschaft auch ohne jegliche Förderung und fester Vereinsstruktur bewirkt werden kann. “Darauf sind wir stolz und die positiven Rückmeldungen auf unsere Arbeit und das Treffen in Dresden bestärken uns, unvermindert weiterzumachen.“, erklärte die Sprecherin der Berliner Erklärung. Sie bedankte sich bei Clara Gruitrooy, Manuela Queitsch, Cornelia Creischer und Jessica Wilson, die den Tag vorbereitet und mit Hilfe des Organisationsteams der Sächsischen Aufbaubank umgesetzt hatten. 

Unterstützt und gestärkt durch das Sponsoring von Forvis Mazars fand nach dem Bühnenprogramm ein intensiver Austausch unter den Teilnehmenden statt. Alle waren sich einig: Das Veranstaltungsformat sollte wiederholt werden.  

Monika Schulz-Strelow

Wir danken der Sächsischen Aufbaubank und Forvis Mazars für ihre Gastfreundschaft und Unterstützung.

ankündigung dresdener gespräche

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Das überfraktionelle Bündnis der Berliner Erklärung existiert seit 2011.
Aktuell gehören ihm 22 Frauenverbände als Initiatorinnen an.

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Weitere Bundesprogramme zur Förderung von Frauen in technischen Berufen
Nachhaltige Bundesprogramme mit spezifischen Angeboten für Mädchen und junge Frauen entlang der Bildungskette für MINT und digitale Technologien, damit sie als gleichberechtigte Gestalterinnen an digitalen und technischen Entwicklungen mitwirken können.

Schulfach Lebensökonomie
Darin sollen gesellschaftsrelevante und ökonomische Kenntnisse vermittelt werden, wie beispielsweise gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge, privates Finanzmanagement, verbraucherrechtliche Fragen, die Folgen von Berufswahl, Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit in der Partnerschaft sowie die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt, Klima und Ernährung.

  • Erhöhung der Partnermonate.
  • Familieneinkommen als Bemessungsgrundlage.
  • Familienarbeitszeit.
  • Einführung einer Freistellung des zweiten Elternteils nach der Geburt in Anlehnung an den Mutterschutz.
  • Anpassung des Mutterschutzes für berufstätige Schwangere im Gesundheitswesen, damit sie qualifiziert in ihrem Beruf weiterarbeiten können.
  • die Ratifizierung der ILO Resolution 190;
  • die Reform des Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) um bestehende Lücken, wie bei Studierenden, zu schließen;
  • die konsequente Anwendung vorhandener Regelungen wie der Beschwerdestellen in den Betrieben, die bekannter und wirksamer gemacht werden müssen.

Geschlechtergerechte Ausgestaltung der Digitalisierung
Die Voraussetzung um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können, ist der Zugang zu Hard- und Software sowie zu schnellem Internet. Es sollen gesetzliche Regelungen für Erklärbarkeit und Überprüfung von diskriminierungsfreien Algorithmen und KI-Anwendungen geschaffen werden. (z.B. Personalgewinnung und -entwicklung, Arbeitsplatzbewertung, Kredit-vergaben).

  • insbesondere durch Jobsharing in Führungspositionen.
  • Einführung des bundesweiten Ganztagsanspruch für Kita und Grundschule.
  • Umsetzung der Rechte zum Schutz von Eltern.
  • Flexibilisierung und Individualisierung von Arbeitsmodellen, familien-bewusste Führung, etc.
  • Strikte Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes in Kliniken (ggf. Sanktionen).
  • Vereinfachung des Verfahrens im Entgelttransparenzgesetz, damit die zu erlangenden Informationen aussagekräftiger werden;
  • Konkretisierung der Verpflichtung zur Durchführung zertifizierter, umfassender Prüfverfahren zur Entgeltanalyse;
  • wirksame Sanktionen für Unternehmen, die die Prüfung und Erfüllung der Berichtspflicht unterlassen.
  • Die priorisierte staatliche Unterstützung medizinischer Forschungsvorhaben mit klarem Genderbezug (bereits in der Grundlagenforschung) sowie die verbindliche Verankerung geschlechtsspezifischer Medizin in der Lehre aller medizinischen Fächer der Approbationsordnung.
  • Genderspezifische Berichterstattung im öffentlichen Gesundheitswesen durch relevante Institutionen (z.B. RKI).

Stufenplan zur Herstellung von Parität in Vorständen und Aufsichtsräten privater und öffentlicher (mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes) Unternehmen, sowie Körperschaften/Anstalten des öffentlichen Rechts:

UnternehmensartAufsichts-/ VerwaltungsratVorstand / Geschäftsführung
Börsennotiert und voll mitbestimmtMind. 40% bei Neubesetzungen
Ab 2026 Parität
Ab 2026 mind. 40%
Ab 2030 Parität
Börsennotiert oder mitbestimmt sowie die zusätzlichen UnternehmensformenMind. 30% bei Neubesetzungen
Ab 2026 mind. 40%,
Ab 2030 Parität
Vorstand >3 P, mind. 1 Frau Vorstand >5 P, mind. 33%
Ab 2026 mind. 40%
Ab 2030 Parität
Bundesunternehmen (Mehrheitsbeteiligungen) Körperschaften/Anstalten des öffentlichen RechtsAb 2026 ParitätMind. 40% bei Neubesetzungen
Ab 2030 Parität